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Sweet Sixteen

Montag 2 Juli 2007

Ich werde versuchen aus ideologisch - optimistischer Sicht einige Argumente "für" das Leben nach den Sweet Sixteen zu begründen.

Das Geheimnis dieses wohligen Gefühls an die Vergangenheit hat einen gar einfachen Namen: Abhängigkeit. Wir, die in normalen und guten Verhältnissen aufgewachsen sind, waren es gewohnt, dass es bei jeder schwerwiegenderen Entscheidung bzw. größeren Problemen immer jemanden gab, der manchmal wie der weiße Ritter auf seinem Roß daherkam und alles was uns eben noch Magenschmerzen bereitete auf einzigartige und wundersame Weise niederbretterte.

Suchte man Rat, Hilfe oder Bestätigung, als 16 Jähriger stehen für diese Grundbedürfnisse unendlich viele Türen mehr auf, als für einen 24jährigen.

Pubertäre Streiterein regelten sich entweder durch Hilfe und Fürsprache Dritter oder schlicht von allein durch stetig sinkenden Testosteronspiegel.

Das Gefühlsspiel mit der Liebe, das unendliche Glück, die viele Trauer ließen überhaupt keinen Platz für Gedanken an Krankenversicherung oder Dispozinsen. Aber es hat uns gefallen und uns geprägt uns so tief in diese Gefühlswelt zu stürzen. jeder der seiner Liebe nur eine Träne nachgeweint hat, kennt genau das Gefühl, dass ich meine und weiss um dessen Wert. Dagegen sind Gesellschaftliche Pflichten nu mal n Scheissdreck.

Hatte man einen Fehler gemacht der auch noch Geld kostete, für uns völlig selbstverständlich, dass die, die uns ins Leben geschmissen haben auch unsere Scheisse wegräumen. Ich zahls euch ja zurück, wenn ich 16 bin und jobben gehen darf, echt jetzt Mama. Sei ma korrekt.(Schiebt es nich weg als Hürde, die Maddin hier als einziger gehen musste, überlegt ob ihr euch niemals krass verkalkuliert habt und wirklich gar keine einzige Möglichkeit hattet und auf einmal - PuFF- Problem gelöst. Ganz und völlig ohne eigenes Zutun. Dieses Aufsehen und der Respekt zu dem Problemlöser meine ich.)

Hat man einen Fehler im Umgang mit technischen Hilfsmitteln begangen, gab es ausnahmslos IMMER jemanden, der sich damit auskannte. Freunde, alte Klassenstreber- die's aber beim Pc drauf hatten, Vadder, Onkel, Freunde von Fadda oder Onkel, es gab sie immer. Die startbereiten Reiter die Religiös betrachtet und interpretiert astreine Schutzengel á la Carte abgeben. Erinnert euch, wie "Groß" die Großen aussahen, wenn sie ein für uns im Moment ziemlich großes Problem mit einem Augenblick lösten.

Heute sehen die kleinen- aber feinen Fehler, ihre Konsequenz, wie die Lösung anders aus. Ein abgestimmter Arbeitsvorgang der vergessen wurde. Ein Formular das dringend notwendig aber nicht vorhanden ist. Verhandlungsfehler. Ich komm nich aus dem kaufmännischen, ich weiss nich was da gang-und-gebe-Sachen sind, die man vergessen könnte. Bei mir wären es Grundprinzipien, wie ich mich zu Verhalten habe. Pädagogisch - rechtliche Grundlagen, die ich vergesse und vielleicht mit einem Rollstuhlfahrer vor einem gemieteten Bus stehe und vergessen habe mir die Einwilligung der Eltern zu holen, dass er mitdarf. ( Wer haftet im Fall der Fälle...)

Wir wussten uns, ganz gleich welcher Lebenssituation gegenübergestellt, nie allein und - in letzter Instanz - nicht verantwortlich. wir waren von all diesen Helfern- Abhängig.

Jetzt müssen wir Verantwortung tragen wie nie zuvor. Nicht nur das, alltäglich anstehendes (Müll, Wäsche etc.) fallen in MEINEN AUFGABENBEREICH! Meuterei sollte man meinen. Aber geht nich, weil is nich.

Denn nu kommts.

Das goldene Zauberwort, dass ich in eurer Bedeutsamkeit aufwerten möchte ist - Unabhängigkeit.

Freiheit. Pflichten kommen noch, aber der Erlös, die Summe unseres Handelns ist: Freiheit. Bei jedem Gedanken an den Preis, der zu zahlen ist und der sich oft unwohl und manchmal sogar schrecklich anfühlt muss die Waage immer zwei Schaalen haben bei der der Gewinn mit gleich starker Aufrechnung entgegengehalten wird. Was wir im Leben gewinnen, wenn wir gewillt sind mitzumachen.

Mein Haus, Mein Auto, meine Frau. Nur einer von unzähligen Werbern für Patchworkfamilien, Workaholics wie Traditionsbewusste oder Lebenskünstler gleichermaßen, aber dafür umso wirklicher. Wir alle streben nach etwas, dass wir uns selbst oder selten auch Anderen vorweisen können. An dem wir uns messen, dass die Enden für ein Schönes Gefühl und ein schlechtes auf der Skala bestimmt.

All das erreichen wir durch - Unabhängigkeit! Denn Unabhägikeit, meine Damen und Herren, ist nicht nur Garant für eine Teilnahme an der Evolution, sondern Unabhängigkeit ist auch- Chewbacca.

Meine angeblichen Damen und Herren bekannte & Freunde, ich bitte euch, eine letzte Sache zu berücksichtigen

Dies ist Chewbacca.

Chewbacca ist ein Wookiee vom Planeten Kashyyyk, aber Chewbacca lebt auf dem Planeten Endor. Denken Sie darüber nach. Es ergibt keinen Sinn!
Warum sollte ein Wookiee, ein zwei Meter großer Wookiee, auf Endor leben wollen, zusammen mit einem Haufen winziger Ewoks? Es ergibt keinen Sinn!
Aber Sie müssen sich ernsthaft fragen: Was hat das alles mit Unabhängigkeit zu tun? Gar nichts. Meine Damen und Herren, es hat nichts mit Unabhängigkeit zu tun. Es ergibt keinen Sinn!
Nichts von alledem ergibt einen Sinn.
Wenn Chewbacca auf Endor lebt, müssen Sie der Unabhängigkeit zustimmen!

Bin BrrruuUUuuAAaiiiIIiittttTTt, verlier andauernd den Faden^^

Wir wollen Raum bewohnen also müssen wir Geld auftreiben, ihn zu erwerben oder zu mieten.

Wir wollen einen zentralgeheitzen Winter und Ventilatorenreichen Sommer. Noch zwei Vereine, die Geld kriegen.

Wir wollen nicht dafür löhnen wenn wir uns beim Heizen verschätzen- wir müssen uns Versichern. Nochmal ein- bis drei nicht zu unterschätzende, monatliche Investition.

Wir müssen Essen. Und ganz ganz wichtig- Trinken. 3 Lida am Tach. Mindestens. Cola zählt auch.

Und uns darum kümmern, die Balance zu halten.

Und das wars schon mit dem Müssen.

Nach diesen gerechten Anforderungen die das Leben an uns stellt sind wir frei. Zu tun was immer wir wollen, wo und wann immer wir wollen. Wir müssen nur das kleine Übel Gesellschaft und unseren Teil daran annehmen und schon stehen die Tore zur absoluten Individualität weit offen. Wir können gehen, wohin wir wollen und erleben, was wir als wichtig empfinden. Jeder auf seine ganz spezielle Weise.

Die Grundregeln, die eine Gesellschaft bestimmt sind auch bis zum größten Individualisten die gleichen. Sei ein guter Mensch. Die Möglichkeit alles erreichen zu können meint hier nicht Zum Paten des lokalen Mafianetzwerkes zu werden, sondern sich selbst 100% dem selbst gesteckten Maßstab entsprechend zu verwirklichen. Das ist die Welt nach den süßen Sechzehnern, die Position die alles möglich werden lassen kann, wovon man früher nur naiv zu träumen wagte.

Der Weg ist das Ziel. Und die Arbeit ist der Weg. Es gibt tausende Hürden über die man stolpern könnte oder bereits gefallen ist, es gibt aber auch zu 99% eine zumindest zufriedenstellende Lösung. Jedes Problem mit seiner eigenen Schwere kann so stark belastend sein, dass man sogar nich mehr einschlafen kann. So banal es in unserem Alltag klingt, so schwer wiegt dieses Anzeichen dafür, dass unsere Seele im Ungleichgewicht ist. Was ebenfalls seinen Anteil an der Ungewissheit vor dem Neuen und dem wohlige, warmen Gefühl an die Vergangenheit hat.

Das ist nun ne verzwickte Situation, alles nich so einfach, die Gesamtsituation ist komplexer und das Problem weitreichender, aberrrrrr.....weisse: Leben is kein Ponnyhof.

Probleme sind furchtbar und gehören meines Erachtens auf Platz 1 der meist gesuchten Verbrecher, aber ich bin von Grund auf überzeugt, dass es immer eine Lösung gibt. Man muss sie nur wollen- und dann durchziehen.

Wir leiden keinen Hunger, müssen keine Kälte fürchten und können uns so ziemlich jeden Luxus der westlichen Hemisphäre leisten. Manchmal nur in der Light Version. Die Probleme, die wir haben, bedrohen nicht unsere Existenz, unsere Einzigartigkeit wird nicht im geringsten so gefordert als würden wir zwischen 165 anderen dürren Armen nach einem der wenigen UNO - Hilfspakete greifen. Wer da nich besser is als andere- stirbt im schlimmsten Falle.

Die Möglichkeiten die uns mit einer fast freien Unabhängigkeit gegeben werden sind endlos. Fast frei deshalb, weil wir unseren Beitrag leisten müssen um im großen Pool des Lebens mitspielen zu dürfen. Der Ausgangspunkt für unsere Zukunftssorgen, Eigenverantwortung, Haushalt, Kompetenzen, finanz. Pflichten ist dabei ein gar nicht so kleiner. Mit entsprechenden Ideen und ihrer tatsächlichen Umsetzung können wir all das erreichen, was wir selber auch wirklich möchten.

Ich weiss, dass in der Geschäftswelt der Hase nich so schön bunt läuft wie ich das hier beschreibe, aber dass er aufhört zu nerven, wenn man ihm die Batterien rausgenommen hat, bleibt.

Be BuFu

1 Kommentar 3.4.08 09:46, kommentieren



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